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Sie bewegten die Dinge der Welt.
Sie hatten sich zufällig kennengelernt und nach allerlei Gequasel festgestellt, dass sie gut miteinander auskommen.
Sie passten gar nicht zueinander, überhaupt nicht.
Sie hatten gegensätzliche Interessen und Neigungen. Und deshalb ergänzten sie einander.
Ein Thema gab das nächste, das Palaver sank in immer tiefere Tiefen ihrer Gedanken hinab, sie entdeckte ihre und seine neuen, interessanten Seiten, der Welten, der Erfahrungen, der Ideen. Manchmal wunderte sie sich über die eigenartigen Sprünge und dennoch kamen sie dann jedes Mal doch an denselben Stellen der Gedankenwelten hinaus. Um sich dann abermals darin zu vertiefen. Die Zeit verlor ihre Dimension. Sie schluckte und hielt unmerklich den Atem an.
Er genießt die angenehme Bekanntschaft. Und freut sich über die Frau, die weiss, was sie will und dass sie das und sich auch gern mitteilt. Mit ihr hat er wirklich nur wenig gemeinsam. Und das macht es spannend und interessant. Eifrig und neugierig, fasziniert und staunend begleiten die Gedanken einander über Um- und Auswege auf bislang ungewohnten Pfaden. Vertraut. Jetzt war eine gute Gelegenheit, dass sie ihre einst selbstbewusst beschriebenen Vorlieben auch auslebt.
Unentschlossen nestelte sie an ihrer Bluse. Aber sie griff lieber das neue Thema auf und vertiefte sich mit roten Ohren abermals darin. Wieder der Gleichklang, die Gedanken schwangen sich wieder ein. Unwillkürlich. Ungeplant. Sie stolperte mit ihm von einem Thema in das nächste und sie fingen sich wieder auf. Irritiert bemerkte sie den Strich auf dem Zettel.
Er ist ein wenig geknickt über ihre Unaufmerksamkeit. Sicher ist es ungewohnt für sie: Schließlich ist es das erste Mal, dass sie einander gegenüber sitzen. Aber er wird sie - wie versprochen - führen. Ihr, wenn nötig, Hinweise geben. Sorge tragen, damit sie mindestens so viel Lust und Spaß hat wie er. Er mag es, sich ganz aufeinander zu konzentrieren. Er beginnt, sie zu genießen.
Nun war sie sehr bemüht, aufrecht zu sitzen. Die Knopfleiste der geöffneten Bluse kitzelte sie leicht. Sie mochte es, dass er ihre Brüste mochte. Sie stellte die kleine Vase zur Seite, damit sie nicht verdeckt wurden. Sie hatte gesagt, dass er sich ihrer bedienen kann und soll. Gänsehaut. Aber die hatte nichts mit der Temperatur zu tun. Ob es Unsicherheit war? Ein kleiner Tropfen der Tomatensauce fiel auf ihre Brustspitze. Vorsichtig tupfte sie ihn mit der Serviette ab.
Er mag ihre Anmut, ihren Eifer, ihre hinzugewonnene Aufmerksamkeit. Die gegenseitige, unbefangene, ungeschützte, unbedingte Vertrautheit umgibt sie wohlig-warm-weich. Der Zettel ist längst verschwunden. Sie reden miteinander, die Welt ist groß und sie werden sie in sich aufnehmen. Sie verstehen einander ohne Worte.
Ihre Knie hätten gerade angefangen zu schmerzen, als er ihr aufhalf. Sie hatte ihre Position gefunden, auch jene in ihrer eigenartigen Verbindung. Sie fühlte sich angenommen und aufgenommen. Sie genoss es, dass sie sich ihrer annahm. Als er die Hand auf ihre Scham legt, um sie zu stützen, glitt sein Finger zwischen ihre Schamlippen und fast in sie.
Aus Versehen.

Netter Dom
netter_dom_@gmx.de