Sarah Ines
Sarah Ines (Struck),
geb. 1970 in Düsseldorf, lebt in München,
PR-Texterin, Verlegerin und Autorin,
studierte Germanistik, Orientalistik und Philosophie,
arbeitet als Autorin in den Genres Diary, Lyrik,
Prosa und Szenisches.
Gerade hat Sie Ihr neues Buch "Liebe geht durch die Haut" veröffentlicht. Wir stellen Sie Euch vor.
Leseproben und weitere Infos unter: www.sarah-ines.de.
Das Interview
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Mit dreizehn kritzelte ich im Sand von Sylt meine ersten Zeilen in ein geschenktes Diary, notierte Banalitäten, Spiele, Kümmernisse und obendrein altkluge Weltweisheiten und Sinnfragen eines Mädels. Ein bisschen Genetik ist sicher auch dabei. Aber Talent allein bringt’s ja bekanntermaßen nicht, wie im Bonmot von den 20 Prozent Inspiration und den 80 Prozent Transpiration. Letztlich ist es bei mir der innere Drang, Menschen zu begreifen in ihren extremsten Eigenheiten, Emotionen und Erfahrungen, der mich immer wieder zum Erzählen treibt.
Worum geht es in „liebe geht durch die haut“?
Mein Lyrikdebüt „liebe geht durch die haut“ ist so etwas wie ein Kaleidoskop von Leidenschaften in lyrischen Skizzen. Unter dem Motto „Poesie ist erregend und Erotik mehr als ein Kribbeln in den Geschlechtsorganen“ habe ich Emotionen von der Hörigkeit und Trauer bis zur schlicht und ergreifenden Lust und Liebe in kleine reimlose Lyrikbildgeschichten gepackt. Entstanden ist das Buch gemeinsam mit dem Zeichner Günter Ludwig, dessen Bilder mich teilweise zu meinen Lyrics inspiriert haben und teilweise visuelle Transformationen meiner Lyrics sind.
Wo holst du dir deine Inspirationen?
Ach, Inspirationen, einfach so abholen kann man die sich leider nicht, nur die besten Bedingungen dafür schaffen, hartnäckig dran bleiben und festhalten, wenn sie da sind. Kommen können die aber von überall: aus eigenen und fremden Leben, aus einem Zeitungsartikel oder einer Biografie, aus den Plots von Klassikern oder Filmen. Oder auch einfach aus einem Gesprächsfetzen auf der Straße.
Kannst du von der Schriftstellerei leben?
Nein. Das Geld bringt großteils immer noch der Brotjob, in meinem Fall die PR- und Werbetexterei. So geht es allerdings vielen, wenn nicht den meisten Autoren, die nicht gerade Grass oder Walser, Rowling oder Kerkeling heißen. Insofern bin ich da in guter Gesellschaft. Auf Dauer möchte ich aber schon gerne vom Büchermachen und -schreiben leben können.
Arbeitest du konzeptionell oder eher intuitiv?
Sowohl als auch. Lyrics zum Beispiel entstehen bei mir teils aus einem Moment, einem Gefühl oder einer Assoziation heraus, die ich dann versuche, in Worte zu gießen. Manchmal experimentiere ich aber auch mit ungewöhnlichen Versformen wie zum Beispiel dem Tanka, einer Vorform des japanischen Haiku.
Bei Kurzgeschichten und noch viel mehr bei längeren Erzählungen brauche ich aber schon ein bisschen konzeptionelles Skelett, roten Faden sozusagen. Sonst verirre ich mich in meinen eigenen Geschichten. Ein bisschen Freiheit muss allerdings bleiben, sonst blockiere ich mich selbst und meine Figuren werden blutleer. Ein bisschen Eigenleben dürfen meine Protagonisten schon haben.
Möchtest du etwas Bestimmtes in deinen Werken ausdrücken?
Ja und Nein. Was ich auf keinen Fall habe, ist so ein Sendungsbewusstsein, das die Welt verändern oder gar retten will. Ich bin weder Lehrerin noch Priesterin. Wenn ich so etwas wie eine Botschaft habe, ist es eine, die meinen Lesern – wie mir selbst – Menschen in ihrer Banalität und ihren Extremen begreiflich macht. Eine, die Menschen da zeigt, wo sie sich am nächsten und da, wo sie sich am fernsten sind. Vielleicht auch eine, die zeigt, dass das Leben mehr ist, als das, was man auf den ersten Blick sieht, dass Träume sich lohnen. Und sei es auch nur für einen kurzen Moment der Seligkeit.
Welches Buch ist dein Lieblingsbuch und warum?
Ein Lieblingsbuch in dem Sinne habe ich nicht. Es sind immer wieder neue Bücher und Autoren, die mich begeistern oder berühren oder auch nur beschäftigen.
Das waren schon, sozusagen von Haus aus, Ingeborg Bachmann und Karin Struck. Das war der geniale John Steinbeck mit „Jenseits von Eden“, „Früchte des Zorns“ und „Straße der Ölsardinen“. Das waren Romane von Henry Miller und Gabriel García Márquez. Oder Krimi- und Thrillerautoren wie Georges Simenon, John Le Carré oder neuerdings Frank Göhre. „Rebecca“ von Daphne du Maurier. „Das böse Mädchen“ von Mario Vargas Llosa. Lyrisches von Anette von Droste-Hülshoff, Bert Brecht, Heinrich Heine, Pablo Neruda. Und in letzter Zeit auch verstärkt historische Romane wie zum Beispiel „Die Purpurlinie“ von Wolfram Fleischhauer. Und Erotisches wie „Haut an Haut“ von der Italienerin Valentina Maran. Aber das sind nur Beispiele. Es gibt so viele Bücher, die sich zu lesen lohnen. Ein Leben reicht dafür nicht.
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Günter Ludwig?
Vor etwa drei Jahren sprach Günter Ludwig mich via E-Mail an. Er war über das Internet auf der Suche nach Autoren, die Texte für ein von ihm geplantes Buchprojekt mit Zeichnungen zum Thema „Abschied“ beisteuern. Nach einem Blick auf seine Webseite (www.g-ludwig.de) suchte ich mir spontan vier Zeichnungen von ihm heraus, schrieb dazu lyrisch-erotische Abschiede und traf damit einen Nerv bei ihm. Das Abschiedsprojekt wurde zwar bisher nicht verwirklicht, aber über die Jahre wurde der Gedanke eines gemeinsamen Projektes, bei dem der eine den anderen inspiriert, immer stärker und schließlich wurde daraus „liebe geht durch die haut“.
Wo kann man deine Bücher kaufen?
Meine Bücher gibt’s auf meiner Webseite www.sarah-ines.de und überall da, wo’s Bücher gibt, also zum Beispiel im Buchladen und bei Amazon.
Was planst du als Nächstes?
Ich recherchiere schon länger für einen historischen Roman über Prostitution im mittelalterlichen München. Parallel habe ich einige andere Ideen in der Pipeline, die noch nicht spruchreif sind, darunter ein Thrillerprojekt zusammen mit einem zweiten Autor.
Außerdem sind in den nächsten Monaten einige Veranstaltungen zu „liebe geht durch die haut“ geplant, und zwar treten ich und Günter Ludwig und die Sängerin Andrea Schroeder (www.andreaschroedermusic.com) als Trio an, um mit Wort und Bild und Ton zu verführen. Im April hatten wir bereits den ersten Gig. Der nächste fixe Termin ist momentan der 24. Oktober 2008 in der ARTlounge in München (www.artkontour.de).
Was macht Sarah Ines, wenn sie nicht schreibt?
Arbeiten fürs Brot. Bücher von anderen verlegen. Mit Büchern oder real in andere Länder und Welten reisen. Mit meinem Liebsten den Alltag leben, erforschen, was Liebe und Lust ist, die Weltlage diskutieren und andere Abenteuer und Schweinereien anstellen. Ein gutes Buch, ein gutes Gespräch oder einen guten Drink genießen ...
Eine Fee schenkt dir drei Wünsche …
Erstens, ein Portemonnaie, in dem immer so viel drin ist, wie ich gerade brauche. Zweitens, eine Wohnung in Paris. Drittens, die Inspiration und Transpiration für den ganz großen Roman. Schade, dass es nur drei Wünsche sind ...
Bibliografie
2007
»liebe geht durch die haut. erotic lyrics & arts«, zusammen mit dem Zeichner Günter Ludwig, Storia Verlag, November 2007.
2006
Gedichte »1974«, »2006«, »kein kind mehr« und »flashback« in der Anthologie »Die Farbe der Kindheit«, Ferber Verlag, November 2006.
Erzählung »Un altro« in der Anthologie »ReiseLust«, Storia Verlag, Juli 2006.
Erzählung »Sei mein Romeo« in der Roman-Anthologie »Traumschiff. Erotische Fantasien«, Ferber Verlag, April 2006.
2005
15 Seiten erotische Lyrik in »6 Richtige – Lyrik lebt – Band 1«, Ferber Verlag, April 2005.
2004
Erzählung »Sag niemals nie« in der Anthologie »Einmal ist keinmal – CalVino Rosso«, Ferber Verlag, bibliothek (neuer) autoren, November 2004.
Gedicht »eins« in der Anthologie »Liebe«, Schmöker Verlag, Oktober 2004.
Gedicht »mein gott warum?« in der Anthologie »Fröhliche Weihnachten« (mit Kurzgeschichten, Gedichten und Rezepten rund ums Weihnachtsfest), Schmöker Verlag, September 2004.
Erzählung »Du bist mein und ich bin dein« in der Anthologie »Amour fou«, Storia Verlag, September 2004.
Erzählung »Tanze mit mir« und Gedichte »entfesselt« und »das andere« in der Anthologie »Orientology«, Hrsg. writingwoman & friends, August 2004.
Gedicht »von sinnen« in der Anthologie »Deutschland schreibt GesCMAck. Kulinarische Literatur-Häppchen«, Hrsg. CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH und Literaturcafé.de, anlässlich der Grünen Woche in Berlin, Januar 2004
2003
Erzählung »Märzepisode« in der erotischen Anthologie »Meine Schöne...«, UBooks Verlag, November 2003.
Gedichte »ein moment« und »friedenstanz« in der Anthologie »Frieden«, Schmöker Verlag, November 2003.
Gedichte »spiele«, »feuer« und »herzensnacht« in der Anthologie »Besteht die Liebe. Lyrik & Prosa« im Ferber Verlag, bibliothek (neuer) autoren, September 2003.
Gedicht »stiller vulkan« und Collage für poeticarts-Projekt »Madonna sagt ...«, April 2003.
Gedicht »ich will leben« in »Gedanken-Fontäne« (Nr. 15, März/April 2003).
Gedichte »warum?«, »wörtchen«, »alltagspoesie« und »schreiberin einsamkeit« in der Anthologie »Schreiben. Ich schreibe, weil ..«, Ferber Verlag, bibliothek (neuer) autoren, März 2003.
2002
Gedicht »wider willen, iii« in »Lyrik Art. Zeitschrift für Malerei und Poesie« (Nr. 1/November 2002).
Gedicht »glitter of eyes« in der Anthologie »By the Light of the Moon« der International Library of Poetry (USA).
1990
Erzählung »Hamburger Szene/n« in »Junge Autoren schreiben über Hamburg« (Literaturwettbewerb »Die Welt«, 3. Preis).



