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Heute wollen wir Euch Lady Sandrine vorstellen- ein spannender Mensch in der Schnittmenge von Fetisch und Schriftstellerei.

Wie kam es dazu, dass Du zu Lady Sandrine wurdest?

Tja, wahrscheinlich „wird“ man nicht zu etwas, sondern ist es schon und entdeckt es nur irgendwann. Anders ausgedrückt: Als „Lady“ fühlte ich mich schon immer, denn ich mag den Mix aus eleganten, sinnlichen und erotischen Outfits und liebe es, umworben und verehrt zu werden. Deshalb stehe ich auch gern im Mittelpunkt und hatte irgendwie immer Freunde und Freundinnen, die Fotografen waren oder zumindest gern Fotos machten. Als ich tausende private Fotos bei mir auf dem Rechner hatte, dachte ich irgendwann: Warum damit nicht an die Öffentlichkeit gehen? So wurde Lady Sandrine in der virtuellen Welt geboren. Mittlerweile ist die Lady gewachsen und hat sich weiter entwickelt, nicht zuletzt meine Liebe zu High Heels hat Lady Sandrine sehr geprägt. So ist aus der Nur-Lady eine Heels-Lady Sandrine mit Vorliebe für erotische Outfits geworden, deren Leben auf meiner Homepage www.lady-sandrine.de verfolgt werden kann.

Wie kamst Du zum Schreiben?

Hier gilt das Gleiche: Ich schreibe schon immer. Solange ich zurück denken kann, habe ich geschrieben. Vom Tagebuch über Gedichte – vorzugsweise in der Pubertät, in der romantische Anfälle bekanntlich häufig vorkommen – bis hin zu Erzählungen und später dann als Ghostwriterin für Diplomarbeiten und Fachartikel. Vor 15 Jahren habe ich mir schließlich eine Auszeit genommen, um meinen ersten Roman zu schreiben. Ich wollte einfach wissen, ob ich so ein großes Projekt umsetzen kann und das Durchhaltevermögen habe. Und tatsächlich habe ich mit täglichem, konsequentem Schreiben mein erstes Werk fertig gestellt. Glücklicherweise hat es kein Verlag gedruckt, denn aus heutiger Sicht betrachtet: Es war schlecht! Mir wurde von vielen Verlagen Talent bescheinigt, aber ich hatte einfach keine Ahnung von der Ausarbeitung von Protagonisten, Figuren, Locations usw. Der Plot war gut und vielleicht mach ich mir irgendwann die Mühe, den Roman zu überarbeiten, wenn mir nichts Anderes in meinem Leben mehr einfällt ;-). Aber ich hab soooo viele neue Ideen im Kopf, dass das eher unwahrscheinlich ist.

Wie entstehen Deine Geschichten?

Gute Geschichten sind meiner Erfahrung nach immer mit dem Leben der Autorin oder des Schreibenden verbunden. So ist es auch bei mir. Ich schleppe immer ein Notizbuch mit mir herum, in dem ich Begebenheiten, Ideen oder einfach Zitate und Menschen festhalte, denen ich begegne. Real und virtuell. Da ich seit bald 6 Jahren als Chatlady in Webcam-Chats arbeite und mich im Laufe der Zeit auf den Schwerpunkt Fetisch konzentriert habe, gibt es hierzu eine Fülle von Notizen in meinen Kladden. Aus diesen kuriosen, spannenden oder auch alltäglichen Begegbenheiten formen sich meine Geschichten. Die Basis ist also immer authentisch, aber natürlich schmücke ich manches auch lebhaft aus, denn für eine Geschichte ist die Realität meist nie so konzentriert bunt wie meine Fantasie. „Im Dienste der Lady“ ist zum Beispiel aufgrund einer Internet-Dauerbegegnung mit einem Heels liebenden Mann entstanden, der mich inspiriert hat.

Was fasziniert Dich an Deiner Leidenschaft?

An welcher? (lacht) Ich habe mehrere Leidenschaften, aber die größte ist das Schreiben und Texten. Die Faszination daran ist zum einen (wie bei vielen Künstlern) aus dem Nichts etwas Eigenes zu schaffen. Da ist das leere Blatt Papier (oder im PC-Zeitalter die leere Word-Seite) und am Ende hast du ein gedrucktes Werk oder ein Audiobook in der Hand. Und das alles hast du allein, nur mit der Kraft deiner Gedanken geschaffen. Ist das nicht fantastisch? Schreiben ist für mich wie ein Kind kriegen. Erst gehst du schwanger mit vielen Ideen, bereitest das Nest für dein Text-Baby vor, machst (Schreib-)Übungen, damit alles perfekt läuft, lässt dir von Lektoren und Korrektoren Tipps geben, wie die Geburt noch besser gehen kann, suchst dir das passende Umfeld – den Verlag – aus, um die nötige Unterstützung zu bekommen und gebierst unter viel Schweiß und Anstrengung deine Geschichte. Aber am Schluss bist du überglücklich, wenn die fertige Story gedruckt oder als Hörbuch-CD vor dir liegt. Diese Endorphinausschüttung, wenn die Geschichte veröffentlicht wird, kommt einem Mega-Orgasmus gleich!

Wie muss man sich eine Onlineerziehung vorstellen?

Wenn ich ein Patentrezept für die perfekte Onlineerziehung finde, schreibe ich ein Buch darüber. (lächelt) Onlineerziehungen sind extrem schwierig, zumindest, wenn man sie so intensiv und individuell betreibt wie ich. Natürlich kann man jeden Sklaven mit 0815-Erziehungsphrasen abspeisen, aber das ist nicht meine Vorgehensweise. Zunächst versuche ich im Chat oder per Mail herauszufinden, was den Sklaven oder Diener interessiert, um gleiche Fetischgebiete auszuloten. Auch wenn ich durch meine lange Erfahrung nahezu jeden Fetisch kenne und mir im Bereich BDSM nichts fremd ist, heißt das noch lange nicht, dass ich auch alles in einer Onlineerziehung umsetzen kann und vor allem will. Ich habe eine sehr eigene Vorstellung von „Erziehung“ wie auch im Schlusswort meiner Hörgeschichte „Im Dienste der Lady“ zu hören ist. Die teilen sehr wenig devote Männer auf dieser Welt, wie ich in den letzten Jahren feststellen musste. Ich persönlich erwarte, dass Sklaven, mit denen ich länger etwas zu tun habe, eine gewisse Grund-Devotion besitzen. Damit meine ich, dass sie von Natur aus devot sind und ich keine Grenzen bei ihnen brechen muss oder sie zu einem berstimmten, devoten Verhalten zwingen muss. Insofern trifft hier das Wort „Erziehung“ für meine Vorstellung von devot-dominanter Beziehung überhaupt nicht zu.
Anders bei den Kurzzeiterziehungen im Chat. Die haben andere Spielregeln. Hier lasse ich die Chat-Sklaven je nach Veranlagung Aufgaben erfüllen, die manchmal per Webcam kontrolliert werden, oder erteile ihnen Befehle. Meist sind solche Chats aber eher auf die sexuelle Befriedigung des Sklaven durch Dominanz ausgelegt. In meinen Onlineerziehungen wird auch gelacht und bei netten Sklaven entwickelt sich oft eine Dauerbegegnung, in der sie mit mir ihre Fantasien ausleben. Denn einige Fetische wie beispielsweise Giantess (Dominanz einer übergroßen Frau gegenüber einem winzigen Sklaven) sind real gar nicht lebbar. Es sind oft solche Sklaven, die sich aufgrund ihres persönlichen Umfeldes nicht real ausleben können, die in meine Onlineerziehung kommen, um dort wenigstens virtuell mit einer schönen Lady ihrem Fetisch zu frönen. Vorzugsweise nehme ich natürlich Sklaven, die meinen eigenen Vorlieben entsprechen, nämlich High Heels-, Nylons- und Fuß-Fetisch Liebhaber, aber Fetischisten im Allgemeinen interessieren mich sehr.

Was war das aufregendste, was Du bisher erlebt hast?

Es gibt nicht DEN Kick in meinem Leben, sondern getreu meinem Motto „Genieße jeden Tag“ hat jeder Tag neue aufregende Überraschungen für mich parat.

Planst Du etwas besonderes in nächster Zeit?

Ich plane jede Menge, denn ich bin voller kreativer Ideen und habe eine große Anzahl von spannenden Projekten auf meinem Schreibtisch liegen! Leider hat der Tag nur 24 Stunden und so ist er permanent zu kurz, um alles umsetzen zu können. Aktuell baue ich meinen Arbeitsbereich als freiberufliche Texterin für Erotiktexte aus. Zudem habe ich Teil 2 und 3 zu „Im Dienste der Lady“ in der Schublade liegen, die auf Veröffentlichung warten. Und ich schreibe an einem Buch, das eine Menge Authentisches zu meiner Tätigkeit als Chatlady enthält und für das ich mich demnächst auf Verlagssuche begeben werde. Sollte ein Verleger dies lesen, kann er sich gern melden. (lächelt)
Ach ja, und da wäre noch eine Idee für eine Fetisch-Krimiserie...für ein Fetischprojekt mit einer anderen Künstlerin...für ein erotisches TV-Magazin...für ein erotisches Internetprojekt...für einen Internet-Vertrieb für Erotikseiten....Wie gesagt: An Ideen mangelt es nicht ;-) Hätte ich einen Mitarbeiterstab für die Umsetzung, wäre die Fetischwelt um einige spannende Projekte reicher.

Was macht Lady Sandrine, wenn sie nicht Lady Sandrine ist?

Na, Lady Sandrine bin ja ich! Das lege ich also nie ab. Aber außerhalb des Chattens als Lady Sandrine und der erotischen Fotografie als Lady Sandrine sowie der Homepagebetreiberin für www.lady-sandrine.de und der Autorin Lady Sandrine gibt es noch die Texterin. Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung im Erotik- und Fetischbereich schreibe ich Onlinetexte für erotische Webseiten: Werbetexte, SEO-Texte, Info-Texte usw. Meine Auftraggeber sind Homepage-Betreiber, Agenturen oder Webmaster. Von 24 Stunden sitze ich also ca. 12 Stunden am PC, 8-10 schlafe ich und essen muss ich auch ab und zu einmal etwas. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Gelüste ;-) Freizeit im herkömmlichen Sinn habe ich nicht, denn für mich bedeutet Leben das zu tun, was mir Spaß macht, und das ist einfach schreiben und mich mit Erotik und Fetisch beschäftigen. Andere Themen, die mich interessieren sind Heilkräuter und Spiritualität, aber auch das baue ich in mein alltägliches Leben ein und trenne nicht nach Arbeit und Feierabend.

Eine Fee schenkt Dir 3 Wünsche?

Wunsch 1: An dieser Stelle sollte so etwas wie Weltfrieden stehen, aber ich bin eine bisweilen sehr egoistische Lady, also wird es jetzt sehr banal: Ich möchte 3 Wochen in den Urlaub fahren ans Meer mit Strand und Sonne (das habe ich zuletzt vor 11 Jahren getan), aber ohne PC.
Wunsch 2: Der Weltfrieden muss auch jetzt noch warten und da ich in meinem eigenen kleinen Umfeld tagtäglich versuche, für eine bessere Welt zu sorgen, schafft es die große Welt vielleicht auch ohne meinen Feenwunsch, also wird es wieder banal: Ich möchte genug Geld haben (oder genug einflussreiche, wohlhabende Menschen, die mich fördern), um viele meiner Projekte und Ideen erfolgreich und gewinnbringend umsetzen zu können. Dazu würden einige schriftstellerische Arbeiten zählen, aber auch andere kreative Arbeitspläne, die ich im Kopf habe, wie schon genannt. (lächelt)
Wunsch 3: Und jetzt verzichte ich gänzlich auf Weltfrieden, wünsche mir aber Gesundheit für alle meine Lieben und mich selbst, so lange ich lebe.

Vielen Dank für das Interview

Übrigens kann man Lady Sandrines erstes Hörbuch unter www.fetischaudio.de erstehen.

Biografie und Kontakt

Geboren in Nürnberg (ja, ich bin eine waschechte Fränkin), dann aber, als ich erwachsen war, der bayrischen Engstirnigkeit entflohen, um im Rheinland weltoffene Menschen zu finden und mit Köln einen Ort, an dem ich meine Heels-Leidenschaft und Andersartigkeit ausleben kann. Ansonsten habe ich Abitur und eine Ausbildung durchlaufen, viele verschiedene Jobs und Tätigkeitsfelder im Angestellten-Bereich erlebt, bis ich merkte: Ich kann und will mich nicht unterordnen. Die dominante Lady in mir machte mir im herkömmlichen Arbeitsleben zu schaffen. Als einzige, vernünftige Konsequenz machte ich mich selbständig.
Nach einer gescheiterten Existenzgründung mit einem Schmuckladen, arbeite ich seit Jahren als Model, Chatlady, aktuell zunehmend als Texterin und Autorin und betreibe meine Homepage www.lady-sandrine.de .