Heute wollen wir euch einen kleinen aber feinen Verlag vorstellen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat anspruchsvolle, erotische Literatur hoffähig zu machen.
Vorhang auf für Con Dedizione!
Das Interview
Wie kam es dazu, dass ihr/du den Verlag gegründet habt?
Nachdem ich 2005 mein erstes Buch, „Zweieinhalb Wochen“, geschrieben hatte, beschloss ich, den Verlag con dedizione zu gründen. Ich wollte mir nicht die Ochsentour antun,
mit dem fertigen Roman einen Verlag zu suchen. Ich wollte auch nichts mehr am
fertigen Buch verändern, von dem meine Lektorin damals gesagt hatte, „kein Wort davon sei zuviel“. Außerdem war mir klar, dass die sadomasochistische Themenstellung, die das Buch behandelt, wohl nicht bei vielen Verlagen gerne gesehen wird. Ich rechnete mir einfach kaum bis keine Chancen aus, dass ich einen Verleger finden würde, noch dazu als bis dato unbekannter Autor.
Deshalb beschloss ich, con dedizione zu gründen. Entscheidungshilfe dabei waren Bücher über die verlegerische Tätigkeit, die ich mir bestellte, und Beratung von Freunden, die sich im Verlagsgeschäft auskennen.
Was qualifiziert Euch als Verleger?
Die Nähe zum Autor und zum Verlagsschwerpunkt „Erotische Literatur“. Ich hatte das Glück, eine sehr gute Lektorin zu haben, die mich wirklich schreiben gelehrt hat, und ich betreue Jungautoren genauso, indem ich intensivst auf sie eingehe. Jungautoren können sich bei mir voll und ganz aufgehoben fühlen, ich gebe Schreibhilfe, ich lektoriere nicht am Autor vorbei.
Als Verlag betreuen wir Autoren dementsprechend vom Lektorat übers Layout, Coverdesign, Anmeldung beim VLB, Anmeldung bei diversen anderen wichtigen Stellen bis hin zum fertigen digitalen Druck.
Meine persönliche Nähe zum Thema Erotik und Sadomasochismus sehe ich als großen Vorteil. Was wir verlegen, hat Hand und Fuß, es handelt sich um Geschichten aus dem realen Leben.
Welche Ziele verfolgt ihr?
Ganz allgemein: con dedizione möchte erotische Literatur, die in Deutschland kaum Stellenwert hat, weil sie schnell als Pornografie abqualifiziert wird, salonfähig machen. Dazu gehört auch und vor allem, mehr Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen.
Wie sieht euer Programm aus und wo legt ihr euren Schwerpunkt?
Wir verlegen Erotische Kunst und Literatur. Dabei ist uns die sadomasochistische Themenstellung angenehm, aber kein Muss. Erotische Kunst verlegen wir in Form von Bildbänden. Auch themenbezogene Lyrik und Kurzgeschichten finden bei uns ihren Platz.
Wir erweitern unser Programm demnächst in Richtung Hörbücher.
Was macht ihr anders als andere Verlage?
Das ist schwer zu beantworten, da wir nicht wissen, wie andere Verlage arbeiten *lächel*
Wir investieren sehr viel Herzblut, aber ich denke, das tun andere Verlage auch.
Plant ihr etwas Besonderes in nächster Zeit?
Im April hoffentlich noch erscheint Pearls neues Buch: „Durst“, ein Kurzgeschichtenband. Wir sind dieses Jahr in Berlin auf der Erophil vertreten, dem ersten Festival für Erotische Literatur. Wir hoffen, dass Pearl dort lesen kann.
Wir planen für den Herbst das erste Hörbuch.
Sucht ihr noch weitere Autoren und was muss diese auszeichnen?
Wir suchen ständig Autoren mit guten Geschichten.
Am wichtigsten ist uns, dass der Autor beim Lektorat und bei der Gestaltung seines Buches aktiv und zuverlässig mitarbeitet. Sehr wichtig ist uns, dass der Autor mit seiner Schreibweise die richtige Balance zwischen Erotik und erzählter Geschichte, die das Gerüst für seinen Roman bildet, findet.
Wir verlegen Literatur und keine reine Pornografie. Dieser Unterschied sollte dem Autor bewusst sein. Die gute Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, weil sie berührt, steht bei uns im Vordergrund.
Was wäre für Euch das absolute Verlags-Highlight?
*lach* Ein Bestseller a la „Feuchtgebiete“.
Eine Fee schenkt Euch 3 Wünsche?
Na, das obige. Den Bestseller.
Der zweite Wunsch wäre die Öffnung der Medien und dementsprechend der Gesellschaft gegenüber Erotischer Literatur, insbesondere der mit sadomasochistischer Themenstellung.
Kontaktinfos:
http://www.con-dedizione.com







