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Archaische Zeichnungen, bildgewordene Fantasien, berührend und angsteinflößend... das sind die Werke von MyrRho und Rehtiger.
Wir stellen Euch die Beiden heute vor.

Petgirls

1) Petgirls ein Kunstname und auch gleichzeitig euer Programm. Was hat man sich darunter vorzustellen?

Das was Du auf unseren Bildern siehst.

2) Wie seid ihr zur dieser Form der Kunst gekommen?

Myrho ist schon lange dabei. Er hatte nur nicht so viele Ideen. Durch unsere künstlerische Symbiose fallen uns die Ideen nur so zu. Es fehlt nur die Zeit, alles, was da kommt, zu verwirklichen. Auf der eigenen Biografie "herumhacken" mag ich nicht so gern...dass nimmt einen selbst so wichtig...der "künstlerische Werdegang"....das was man erreicht hat....ich mag das einfach nicht.

3) Wo holt ihr euch die Inspirationen?

Die kommen beim gemeinsamen Autofahren. Im Ernst.

4) Möchtet ihr etwas bestimmtes in euren Werken ausdrücken?

Das, was Du siehst und sehen willst. Wir wollen Träume verwirklichen und Emotionen wecken.

5) Welches Bild ist euer Lieblingsbild und warum?

Die Vogelfrau. Sie war das erste Bild einer neuen Entwicklung und steht für Freiheit.

6) Wo kann man euch bzw eure Bilder demnächst life erleben?

Zwei Ausstellungen, im Catomium und der Boutique Bizarre sind genau jetzt zu Ende.
Wir werden demnächst auf Premiere in einer Reportage sein und in mehreren europäischen Fetischmagazinen
.
7) Wo kann man eure Werke kaufen?

Schreib mir.Rehtiger@petgirls.de

8) Was plant ihr als nächstes?


Mehrere Auftragsarbeiten. Das Illustrieren einer Geschichten. eine Animation für einen Kunden.

9) Was macht Petgirls im "normalen" Leben?

Wir sind Dolmetscherin und Architekt.

KONTAKT:
RehTiger@petgirls.de
www.petgirls.de

Hmmmm

Das war der erste Teil des Interviews ... und zugegebenermaßen ist das schon etwas dünn. Es entspann sich eine Diskussion.
Daraus ergab sich folgender Text ... der mir sehr gut gefällt und die beiden vielleicht am besten portraitiert.

Appendix

MyrRho (Mathias) und Rehtiger (Eva) begleiten sich seit etwa 5 Jahren. Sie haben sich im Internet kennen gelernt, in einer dieser vielen SM-Plattformen. Ihr Zusammensein gestaltet sich schwierig und ist gekennzeichnet von einer sehr starken Reibung, die aber auch zu grossem inneren Wachstum für beide führt.
Mathias ist Architekt und hat, bis zu diesem Zeitpunkt ein eher bürgerliches Leben geführt, bis auf seine Vorlieben, die bis in die extremsten Ecken (zumindest in seiner Fantasie) sexueller Devianzen reichen. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder, ein Architekturbüro.
Seine Leidenschaft lebt er zum Teil mit seiner Frau aus.
Eva ist eine Nomadin. Schon als Jugendliche, mit 15, nach Berlin ausgerissen, abgebrochene Schule, mit 17 nach Florenz, wo sie ein Kind von einem Künstler bekommt und mit vielen Menschen in einer Künstlerkommune lebt, sich ihr Geld mit Lederarbeiten verdient. Sie hat, bis sie 29 ist, kein Bankkonto und keine Versicherung, lebt auf dem Land, ist eine spirituelle Sucherin. Sie hat irgendwann eine Beziehung zu einem Mann, zu dem sie sagt, er dürfe ALLES mit ihr tun. Einen Namen gibt es für diese Art der Beziehung nicht.
Später lebt Rehtiger wieder in Deutschland. Ein geregeltes, bürgerliches Leben gelingt ihr nie, obwohl sie die Schule nachholt und ein Studium abschliesst.
MyrRhos Ehe scheitert. Er lebt allein und beschäftigt sich nun schon ein paar Jahre mit Computergrafik.
Als sie sich treffen, sind beide müde und verletzt.
Es dauert sehr lange, bis sie sich vertrauen. Was beider Neigung betrifft, sind sie immer noch auf der Suche und in ständiger Reibung. Sie haben noch keine feste Form für ihre Beziehung gefunden.
Beide reisen viel, seit sie zusammen sind. Besonders viel Zeit haben sie in der Wüste verbracht. Kairo ist der Ort der grössten Inspiration, hässlich und schön, süss und grausam. Kairo begegnete Ihnen zum ersten Mal am Vorabend des islamischen Opferfestes. Dann schlachtet jede Familie ein Schaf. Das geschieht in den Strassen. In den Gossen fliesst Blut.
Sie begegnen einem jungen Muezzin in der Ubahn. Er nimmt sie mit nach Giza(Gizeh), wo er mit seiner Familie auf traditionelle Weise lebt. Seitdem kehren sie immer wieder dorthin zurück. Eva hat dort ein Pferd, mit dem sie in der Wüste reitet.
Irgendwann tauchen die Tierbilder auf. Mathias hat sich immer schon für klassisches Petplay interessiert. Eva kannte das nicht mal. Sie hat sich mal ein Schaffell umgeschnallt zum Liebe machen und "bäh" gemacht. Da sagte Ihr damaliger Freund:"was machst Du denn für einen Blödsinn"
Mathias malt Ponies und Hunde. Eva träumt jede Menge anderer Tiere. Wenn sie Auto fahren zusammen, spinnen sie die Bilder in den Köpfen. Die Bilder entstehen jetzt am Computer.
Jetzt sollen sie unperfekter werden, wie Menschen. Nicht mehr wie Cyberpuppen. Mit Hängebusen oder Fettpolstern. Mit Gesichtsausdruck. Nicht mehr Abbildungen, sondern Kunst. Sie sollen berühren, bewegen.
Mathias sagt, das geht am Computer nicht. Eva schreit das geht.
Es geht. Langsam.