Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

AGB's

Wichtiges

Impressum

Jugendschutz

Kontakt

Newsletter

Site Map

Von unten lieben

mood_re ist 35, weiblich, lebt in Wien mit ihrem Partner in einer 24/7-Beziehung und ist devot.
Dem Schmerz kann sie zwar zunächst nichts abgewinnen, will aber trotzdem, dass er ihr zugefügt wird - irgendetwas umwegmasochistisches trägt mood_re also in sich.

Einfach gesagt: ich liebe von unten.
Die Perspektive ändert sich dabei nie, nicht zu bestimmten Zeiten tagsüber, nicht nachts und an keinem Tag der Woche.
Das Ganze funktioniert innerhalb eines klaren Machtgefälles, an dessen unterem Ende ich sitze.
Ich liebe unter Einbeziehung des gesamten emotionalen Spektrums, klammere also nichts aus, das zwischen Zweien an Gefühlen und Affekten möglich ist und möchte auch nicht, dass mir gegenüber etwas davon ausgeklammert wird.
Ich sehe nicht ein, wieso gerade große Dinge wie Liebe und Sexualität um entscheidende Teile erleichtert und damit kastriert und zurechtgeschnitten werden sollen.
Was ich bewusst hereinhole und einbeziehe, kommt nicht an der falschen Stelle und maskiert durch die Hintertür zurück.

Kontakt: mood_re@yahoo.de

Mood_re's Tagebuch

Dienstag, 30. September 2008 - 21:35 Uhr
.

nach der Sommerpause eine altes Gedicht. Eins von denen, die nicht von Erotik sondern von etwas wie ihrem Gegenteil handeln, eins auch, auf dass ich - wenn es mich auch trotz aller Nähe nicht betrifft - noch immer stolz bin. Ich glaube, dass wer es wagt, von unten zu lieben, sich auch über die Zeit Fremdheit bewahren kann.


Zu nah´

Ach, wären wir beizeiten fremd geblieben,
einander. Ein klein` wenig, nur. Wie gern
würd` ich Dich wieder zitternd, fragend, zweifelnd lieben,
und herzvoll sagen: Nah` bist Du. Und herrlich fern.

Wie schön mir Deine Heiligtümer waren.
Nun sperr` ich Deine Wohnungstüre auf.
Vertraut geworden, musste Dein Geheimnis fahren.
Gewohnheitshalber legst Du meine Tiefen drauf.

Die Winkel unsrer beider off`nen Seelen,
vermeintlich hinter jeder Ecke leer.
In Fremdheit nur kannst Du noch meine Schatten quälen.
Zu nah, zu offenbar, begehren wir nicht mehr.

© itm

Freitag, 8. August 2008 - 16:01 Uhr
.

Hitze

Ein Blick von ihm, da kommt sie und kippt die Balkontür. Ich gehe in Deckung, stelle mich so, dass ich den zugeklappten Sonnenschirm vor mir weiß. Auf der Terrasse ist es schwül, hat wohl immer noch fast dreißig Grad und draußen wird es dunkel.
„Komm jetzt“ sagt er und meine Nachbarin beeilt sich, „nein, bring mir erst noch ein Bier.“ Sie verschwindet. Er, das kann ich von meinem Beobachtungsposten aus sehen, geht langsam im Zimmer auf und ab. Dann zündet er sich eine Zigarette an, zieht den Rauch ein, setzt sich an den Esstisch, der direkt vor dem Fenster neben der Balkontür steht, und wartet. Sie kommt mit dem Bier in der Hand zurück und stellt es auf den Tisch. Er schüttelt den Kopf ohne den Blick von ihr abzuwenden und sieht sie wohl an wie man ein Kind ansieht, das seine Aufgaben zum wiederholten Mal nicht gemacht hat. Sie streicht sich die Haare aus dem Gesicht. Ihre linke Hand zittert dabei ein Bisschen. Ich wage mich ein Stück näher in Richtung der Balkontür, überlege, ob wohl ein Schatten von mir zu sehen ist und halte die Luft an, verrenke mir den Hals um zu sehen, ob sie noch Nagellack trägt. Ich glaube nicht.
„Na.“ sagt er, sie dreht sich um, läuft die ersten zwei, drei Schritte fast. Als sie zurückkommt hat sie einen Flaschenöffner in der Hand und die Geste mit der sie ihn dem Mann gibt, sieht aus wie die Andeutung eines Knicks oder einer Verbeugung. „Du wartest“ höre ich ihn als er danach greift. Was sie sagt, verstehe ich nicht. Sie verschwindet und bewegt sich dabei wieder in diesem eigentümlichen Tempo. Diesmal wirkt es nicht, als wolle sie ihm möglichst alles recht machen sondern wie Erleichterung.

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt zu verschwinden. Er trinkt sein Bier, sie kann mich nicht sehen. Ich beschließe, schnell und leise über die Hecke zurück in meinen Garten zu klettern und überlege, was mich überhaupt dazu hatte hinreißen können, hierher zu kommen und stehen zu bleiben.
Die Beiden waren vor einigen Wochen neben mir eingezogen und ganz wie man sich neue Nachbarn wünscht: dezent, hilfsbereit, freundlich. Er schien mir der Typ Mann, der den Autoschlüssel nur ungern aus der Hand gibt und ab und an frauenfeindliche Witze erzählt, nur, um ob der wütenden Reaktionen erfreut den Mundwinkel zu verziehen. Sie, wie er wohl Anfang Vierzig, war eine höchst attraktive Person und wäre - hätte sie Kinder - wohl eine Mutter, die, auch unter deren Gelächter täglich dreimal hintereinander erklären könnte, dass man aufpasst, wenn man über die Straße geht. Eine, die die Katze überfüttert und die wenn, dann nur unabsichtlich flirtet.

Am späten Nachmittag hatte sie ein Problem mit einem Schrank gehabt, den sie zur Seite ziehen wollte, weil etwas dahinter gefallen war und mich zur Hilfe geholt. Sie hatte uns gerade Kaffee gemacht, da war er nach Hause gekommen. „Bleibt nur sitzen“ hatte er gesagt, die Situation wohl sofort erfasst, den Schrank mit einem Ruck von der Stelle gezogen und ihr das zusammengefaltete Blatt Papier ohne einen weiteren Blick darauf in die Hand gegeben.
„Sonst alles erledigt?“ wollte er wissen, während er sich eine Tasse nahm und sie mehrmals hintereinander nickte.
Die drückende Hitze war gnadenlos und irgendwie dachte ich, dass dieses Wort - im Moment jedenfalls - auch ihn beschrieb.
Er setzte sich auf die Ledercouch, nahm, als sie ihm die Kaffeekanne hinschob, ihre Hand und inspizierte Finger für Finger, strich über den Nagellack, fuhr über die langen Fingernägel und schnalzte mit der Zunge: tz-tz. Als sie wegziehen wollte, lachte er, strich über die Nagelfläche an ihrem linken Zeigefinger: „das hält ja richtig gut.“ Sie legte den Handrücken der rechten wie im Reflex kurz auf ihren Hintern, wollte etwas sagen.
„Ist mein blaues Hemd aufgetaucht?“ kam er ihr zuvor, bot mir mit einer Geste Milch in den Kaffee an – ich lehnte ab – dann goss er ihr ein.
Sie schüttelte den Kopf und wollte aufstehen. Er drückte seinen Arm auf ihre Oberschenkel und meinte: „Nachher und in Ruhe.“ Sie wurde rot.
Ich setzte mehrmals zum Gehen an, wurde aber von Beiden jeweils aufgefordert, doch noch zu bleiben. Als ich mich verabschiedete, wollte ich eigentlich gar nicht nach Hause: einerseits fühlte ich mich auch weiterhin willkommen, zugleich war ich neugierig. Zwischen den Beiden hatte - hinter den Kulissen und doch neben mir - etwas statt gefunden, das mir völlig fremd war. Anna war mir in ihrem leichten Sommerkleid gegenüber gesessen und fast konnte ich ihre Knie miteinander spielen, ihre Waden aneinander reiben spüren, während er sie vor sich her trieb. Die Sache mochte auf eine Art Finale, eine Eskalation zusteuern, die ich mir nicht vorstellen konnte.
Vielleicht war es die Hitze gewesen oder das eigentümlich Fremde zwischen den Beiden, irgendein Teufel jedenfalls hatte mich geritten und am Ende war ich nicht gegangen sondern hatte mich um`s Haus geschlichen und in guter Deckung auf die Terrasse der Beiden gestellt um sie zu beobachten.

Kaum, dass er mit dem Boden der nun leeren Bierflasche zwei Mal schnell hintereinander auf die Tischplatte klopft, kommt Anna wieder zum Esstisch. Sie bleibt stehen, rückt ihr Kleid zurecht, fährt sich durch die Haare und setzt mehrmals zum Sprechen an.
Er deutet in die Ecke des Zimmers, die ich nicht einsehen kann. Anna, die bis jetzt versucht hatte, seinen Worten voraus zu sein, hält inne. Als er die Hände auf die Tischplatte legt und anhebt, aufzustehen, dreht sie sich am Absatz um und läuft, kommt mit einem Gegenstand in der Hand zurück zu ihm. Als er ihr aus der Hand fällt, sie ihn aufhebt und er ihn nimmt, deutet er damit auf den Boden neben sich. Ich muss an Filme über Pyramidenbau und Sklaven denken, da gibt es solche Peitschen mit dickem Griff und schmalem Ende.

Anna schiebt das Kleid hoch und streckt ihm den Hintern entgegen. Ihre Zehen, Knie und Stirn berühren den Boden. Schon als er das dünne Ende der Peitsche baumeln lässt und es ihren Arsch und die Schenkel berührt, schreit sie.
Er sagt etwas zu ihr wovon ich – so sehr ich mich auch anstrenge - nur ruhige, immer gleiche, tiefe Töne wahrnehmen kann. Er schlägt Anna nicht, hält ihr schließlich den Griff des Instrumentes vor den Kopf. Sie nimmt die Peitsche in den Mund, steht wackelig und unter Zuhilfenahme der Hände auf. Er deutet wieder in die Ecke des Zimmers, die ich nicht einsehen kann und Anna geht.
Als sie zurückkommt, steht ein Teller Kirschen am Esstisch. Er nimmt eine zwischen Zeige-, Mittelfinger und Daumen und Anna öffnet den Mund, schiebt die Lippen über die kleine, runde Frucht, kaut und isst sichtlich angespannt.
Er hält seine Hand unter ihr Kinn, sie zögert und behält den Kern im Mund. Er nickt mit dem Kopf, sagt leise etwas, das ich nicht verstehe, zwinkert dazu.
Anna spuckt den Kirschkern in seine Hand und mir ist heiß. Ohne es bemerkt zu haben bin ich ganz nahe an die Scheibe der Balkontür gekommen.
Anna lacht jetzt, er drückt sie auf einen Sessel; sie lässt es sich gefallen und streckt die Beine aus. Er geht und kommt mit einer Flasche und einem Glas zurück, entkorkt den Wein und schenkt ihr ein.
Zeit, zu gehen, denke ich wieder und bleibe stehen. Der Gedanke daran, hier von ihm erwischt zu werden-- .

© itm

Ältere Beiträge

Anmelden